Schlechtes Image von Zeitarbeit?

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Zeitarbeit Jobs Ist der zweifelhafte Ruf gerechtfertigt?

Das Image von Zeitarbeit ist sehr durchwachsen: In der Vergangenheit waren es einige unseriöse Personaldienstleister, die mit Dumping-Löhnen und übertriebenen Flexibilitätsanforderungen an die Angestellten den Ruf der gesamten Branche ruiniert haben. Dabei ist die Zeitarbeit ein ideales Sprungbrett zum Karriereeinstieg oder nach längeren Auszeiten, welches Arbeitnehmern wie Unternehmen gleichermaßen nützt.

Schlechtes Image: Zeitarbeitnehmer ohne Rechte?

Die Rollenverteilung ist für viele Menschen nach wie vor klar: Im Vergleich zu den festangestellten Mitarbeitern eines Unternehmens gelten Zeitarbeiter als zweitklassig; neben schlechteren Arbeitsbedingungen müssten auch geringere Löhne akzeptiert werden. Zudem sorgten sie unter der Belegschaft für eine unliebsame Konkurrenz. Die Realität sieht heute meist anders aus: In immer mehr Unternehmen arbeiten die Zeitarbeiter zu denselben Bedingungen wie die Stammbelegschaft. Natürlich gelten trotz des flexiblen Einsatzes in Unternehmen auch dieselben Rechte. Kündigungsschutz, Arbeitsschutz, Jahresurlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – die Errungenschaften des modernen Arbeitsrechts in Deutschland schützen Angestellte von Personaldienstleistern selbstverständlich in demselben Maße. Endet die Arbeit im Unternehmen, bedeutet dies keinesfalls, dass die Zeitarbeitnehmer gleich wieder in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. In den meisten Fällen lässt sich schnell wieder eine Anschlussverwendung finden.

Erfolgreiche Eingliederung ins Berufsleben

Arbeitslosigkeit ist in Verbindung mit der Zeitarbeit trotzdem ein wichtiges Stichwort: Denn insbesondere Langzeitarbeitslose, die auf dem ersten Arbeitsmarkt normalerweise keinen leichten Stand haben, können durch Zeitarbeit wieder in das Berufsleben eingegliedert werden. Portale wie jobboerse-direkt.de ermöglichen die einfache und unkomplizierte Jobsuche auch online – bis zur Einstellung vergehen oft nur wenige Tage. Anders als übrige Unternehmen kann auf ein langes Auswahlverfahren verzichtet werden. Zudem wird auch Geringqualifizierten durch die Personaldienstleister ein Einstieg in das Berufsleben ermöglicht. Der flexible Einsatz in unterschiedlichen Firmen ist unter diesen Umständen alles andere als ein Nachteil: Dadurch lassen sich Erfahrungen in verschiedensten Unternehmen und Branchen sammeln, die dazu führen, dass neue Fähigkeiten vermittelt werden können. Wer sich hinsichtlich der Berufswahl oder der Karriereplanung noch nicht ganz sicher ist, bekommt ein wenig mehr Orientierung. Auch Routiniers profitieren davon, ihren Kenntnisstand zu erweitern. Zudem mündet die befristete Arbeit über eine Zeitarbeitsfirma nicht selten auch in einer Festanstellung in dem Unternehmen.

Unternehmen mit hohem Flexibilitätsbedarf

Für die Unternehmen bietet die Zeitarbeit den Vorteil, flexibel auf die besonderen Anforderungen des Marktes zu reagieren. Ein hoher Krankenstand oder ein Großprojekt mit erhöhtem Bedarf an Personal kann dadurch problemlos gemeistert werden. Arbeitgeber bekommen so eine vergleichsweise unverbindliche Möglichkeit, die Personaldecke aufzustocken und den Bedarf schnell zu decken. Zudem kann sich von den neuen Mitarbeitern zunächst einmal ein Eindruck verschafft werden, bevor es zu einer festen Anstellung kommt. Auch die aufwendigen Bewerbungs- und Einstellungsverfahren können auf diese Weise entfallen. Wird dann dauerhaft mehr Personal benötigt, ist die Festanstellung der nächste Schritt. Ein Mitarbeiter, der bereits eingearbeitet und dem Unternehmen bekannt ist, hat beste Chancen, dauerhaft beschäftigt zu werden.

Wenige Arbeitnehmer mit eigenen Zeitarbeitserfahrungen

Eine Frage drängt sich in diesem Zusammenhang allerdings auf: Wenn die Zeitarbeit anerkanntermaßen viele Vorteile bietet, warum ist es um das Image trotzdem so schlecht bestellt? Birgit Brown, Niederlassungsleiterin der SOCCO Group GmbH in Frankfurt, bringt hier ihre Erfahrung mit ein: In Bewerbungsgesprächen wurde der negative Ruf von Zeitarbeit häufiger thematisiert. Die meisten Bewerber hatten selbst allerdings keine Negativerfahrungen vorzuweisen, sondern kannten die Vorwürfe nur vom Hörensagen. Mittlerweise scheint sich das Image der Zeitarbeit allerdings durchaus zu wandeln, die Branche befindet sich zudem auch rein quantitativ im Aufwind: Derzeit existieren in Deutschland 856.195 Zeitarbeitsverträge, noch Ende 2014 lag diese Zahl bei 823.834 – was einer Steigerung von mehr als 4 Prozent entspricht.

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